Kerner fragt: Wo ist Sven?
Nach seiner Sommerpause verspricht Kerner das “TV-Experiment des Jahres” zu starten (ich wundere mich daß es nicht “aller Zeiten” genannt wird), der Journalist Sven Jachmann soll darin angeblich “untertauchen” und die Zuschauer dürfen ihn dann mithilfe der digitalen Spuren die ja angeblich sowieso jeder hinterlässt suchen, dem Finder winken 10.000 Euro Preisgeld.
Dieses Experiment soll anscheinend auch die Fragen klären wo wir überall digitale Spuren hinterlassen, in sozialen Netzwerken, bei Kartenzahlung, Überwachungskameras … oder vielleicht auch wenn wir selbst unabsichtlich Spuren auf einem eigens dafür eingerichteten Weblog veröffentlichen?
Sehr gespannt bin ich wie mit diesem Experiment die vollmundig ausgelobten Fragen wie
Was geschieht eigentlich mit den vielen Aufzeichnungen von öffentlichen Überwachungskameras?
Weiß ich, wer alles an meine EC-Kartendaten kommt, wenn ich an der Tankstelle bezahle?
Wer kann mich orten, wenn ich das Handy anmache?
beantwortet werden sollen, denn auch als eifriger Facebooknutzer komme ich wohl kaum an Infos wie Kartenzahlungsdaten eines mir unbekannten Bankkontos ran. Aber die Macher dieses Fragwürdigen Experiments fragen weiter:
Ist es einem Verfolger möglich, unseren Kollegen Sven aufzuspüren, wenn wir mitteilen, wann und wo er elektronisch aktiv war?”
Während der Sendung wird dann geklärt daß regelmäßig Informationen auf der Website wo-ist-sven.de veröffentlicht werden, quasi eine Schnitzeljagd in etwas anderem Gewand. Mit Überwachung und Datenkraken hat das herzlich wenig zu tun, wohl eher mit Kinderspiele für Menschen die glauben erwachsen zu sein.
Mit wertvollen Spezialistentips eines Privatdetektivs (Aussehen verändern) und eines Kriminalpsychologen (Untertauchen ist eine harte Nummer) macht sich Sven auf in den nächsten Kostümverleih und zieht das Theater noch weiter ins lächerliche. Garniert wird dieser Schrott dann noch mit einer Live-Vorführung einer Handyortung im Studio die auch noch in die Hose geht.
Ich habe den Eindruck daß Kerner und sein Team wie gewohnt keinen Plan davon haben wovon sie hier ihre Zuschauer unterrichten wollen, und somit auch gar nicht merken daß dieses Experiment mit den gestellten Fragen rein gar nichts zu tun hat, aber vielleicht hatten die Macher in ihrer Jugendzeit auch einfach nur zu wenige Freunde um mal ausgiebig Schnitzeljagd zu spielen.
Bezeichnend für die Professionalität der Macher ist daß die Website jetzt, einen Tag nach dieser Sendung bereits geraumer Zeit nicht mehr erreichbar ist.
Angeblich professionelle Journalisten auf Flipchartgame-Niveau. Weitere Meinungen dazu gibts bei patmo und muhnie.