Vergewaltigt, schwanger, abgetrieben und exkommuniziert

Politik, Religion und Wirtschaft geben zur Zeit nichts wirklich positiv verwertbares her, also berichten alle Medien auf einen Schlag von dem stumpfsinnigen Christenaufseher in Pernambuco, Brasilien. Dieser hat nämlich die gesamte Familie gleich aus seiner Religionsgemeinschaft ausgeschlossen, sprich exkommuniziert, quasi als Strafe weil ihnen das Leben ihres Kindes am Herz lag.

Das neunjährige Mädchen war im vierten Monat schwanger, und zwar von ihrem Stiefvater der sie missbraucht / vergewaltigt hatte. Die Ärzte fürchteten um das Leben des schwangeren Kindes bzw. prognostizierten daß dieses die Geburt nicht überleben würde. Also entschloss man sich zu einer Abtreibung und rettete damit dem Kind das eigene Leben.

Der Papst-Vertreter im südamerikanischen Brasilien fand diese Entscheidung überhaupt nicht lustig und wirft mit hohlen Parolen um sich, Gottes Gesetz stehe über den Menschen, und somit nimmt er diesen Fehltritt nun zum Anlass die gesamte Familie zu exkommunizieren.

Was interessiert denn die Leute das? – wird sich so mancher Leser nun fragen. Es ist dabei zu beachten daß gewisse Glaubensgemeinschaften und Sekten in Südamerika einen ganz anderen Einfluss auf die Menschen und deren Leben haben als in westlichen Ländern. Für die Familie könnte das erhebliche Folgen haben und sogar das gesellschaftliche Aus für alle bedeuten. Aber alles im Namen des Herrn – na dann ists ja gut.

Was ich mich jetzt aber frage ist – wieso interessiert man sich plötzlich so brennend für dieses Thema? Solches Vorgehen ist bei dieser Religion in Südamerika leider fast schon an der Tagesordnung. Diese Kirche nutzt ständig ihren Einfluss dort um auf den Gesetzgeber einzuwirken und die dort lebenden Menschen damit unter Druck zu setzen.

Das Thema ist also überhaupt nichts neues und schon gar keine Sensation. Das lag einfach mal auf Halde und man wartete einen besonderen Zeitpunkt und einen richtigen Aufhänger ab um damit kräftig aufzutischen – und die gesamte TV-Landschaft zieht mit. Es ist immer wieder schön wenn man alte Geschichten aufgewärmt als Sensationsmeldung präsentiert bekommt.

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